Von Dr. Ulli Sucher
03/04/2009
Bislang galt Vitamin D vor allem als „Knochenstärker” (= Schutz vor Osteoporose und Osteomalazie). Nun zeigen eine Reihe internationaler Studien, dass ein Mangel des Stoffs bislang ungeahnte Konsequenzen haben kann: Es zerrüttet die Gesundheit womöglich so stark wie Übergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel.
Umgekehrt beugt die ausreichende Versorgung mit Vitamin D offenbar zahlreichen Krankheiten vor: Es soll vor Herzinfarkt und einer Reihe von Krebsarten schützen, Diabetes mellitus vorbeugen und sogar vor Multipler Sklerose schützen.
Eine kürzlich an der Johns Hopkins-Universität (USA) durchgeführte Studie wies nach, dass Menschen mit Vitamin D-Mangel um 26% öfter an Herzinfarkt sterben. Einen Zusammenhang zwischen Krebs und Vitamin D wiesen kanadische Forscher bei Frauen mit Brustkrebs nach: Patientinnen, die Vitamin D-Mangel aufwiesen, erlagen der Tumorkrankheit deutlich häufiger.
Bis unlängst galt Vitamin C als Klassiker gegen Erkältungskrankheiten – nun haben US-Mediziner der Harvard Universität jedoch Vitamin D als deutlich wirksamer bestätigt! Ebenfalls aus den USA stammt eine erst Anfang März dieses Jahres veröffentlichte Studie, die besagt, dass Vitamin D-Mangel bei Jugendlichen mit deutlich erhöhter Inzidenz von Hypertonie (Bluthochdruck), Diabetes und Hyperlipidämie (erhöhte Blutfette) einhergeht.
Mittlerweile erträumen Forscher der Oxford Universität in Großbritannien das Ende der Multiplen Sklerose durch eine Vorbeugung mittels täglicher Dosis an Vitamin D während der Schwangerschaft und Kindheit. Obwohl sich alle diese Erkenntnisse noch im Forschungsstadium befinden, sollte man doch aufhorchen und sicherheitshalber für einen ausreichenden Vitamin D-Spiegel im Körper sorgen!
Was sind nun die angestrebten Vitamin D-Werte im Blut?
Normwerte im Blut: 20-60 ng/ml
Bereits bei einem Blutspiegel zwischen 10-20 ng/ml beginnt der Körper, Knochensubstanz abzubauen, um den Kalziumspiegel im Blut konstant zu halten. Zur Vorbeugung gegen Krebs wird von verschiedenen Experten sogar ein Mindestwert von 25-30 ng/ml empfohlen.
Wie kommt man nun zu genügend Vitamin D?
- Ernährung: Hering, Lachs, Sardinen, Kabeljau, Pilze, Käse, Butter, Milch.
- Sonnenlicht: Im Winter und hier besonders in den nördlicheren Breitengraden, kommt es durch Mangel an Sonnenlicht zum Vitamin D-Mangel. Spaziergänge im Freien, wenn möglich mit halbentblößten Armen, werden empfohlen. Das gilt übrigens auch zu anderen Jahreszeiten für „Bürohengste“ und „Couch Potatoes“!
- Vitamin D-Präparate: Bei laborchemisch nachgewiesenem Vitamin D-Mangel ist es selbstverständlich sinnvoll, den Mangel medikamentös auszugleichen und simultan eine entsprechende Lebensumstellung einzuleiten.
Dr. Erich Michos von der Johns Hopkins-Universität empfiehlt gesundheitsbewussten Personen mittlerweile, ihren Vitamin D-Spiegel genauso gewissenhaft zu beobachten wie ihren Blutdruck oder ihre Blutfettwerte.
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