Von Dr. Ulli Sucher
07/06/2011
Für die Versicherten von Allianz Worldwide Care sind alle Kosten für notwendige ambulante Behandlungen sowie alle erforderlichen Krankenhausbehandlungen aufgrund einer Erkrankung an EHEC voll erstattungsfähig.
Die aktuelle massenhafte Vermehrung von
E. coli O104:H4 ist erstmals im Mai 2011 in Deutschland aufgetreten, nachdem der Keim bei einigen Personen nach dem Verzehr von rohem Gemüse aus einem Geschäft in Norddeutschland festgestellt wurde. In anderen Ländern wie der Schweiz, Polen, den Niederlanden, Schweden, Dänemark und Großbritannien wurden weitere Fälle registriert.
Bis heute wurden 3.604 Fälle einer EHEC/HUS-Infektion, 40 davon mit Todesfolge, gemeldet. Die Zahl der Infizierten wird sich weiterhin erhöhen, während Forscher verzweifelt versuchen, die ursprüngliche Infektionsquelle zu identifizieren.
Das Bakterium Escherichia coli (meist abgekürzt als E. coli und nach Theodor Escherich benannt) kann im Allgemeinen im Darm von Warmblütern, auch beim Menschen, nachgewiesen werden. Als Teil der natürlichen Darmflora, produziert es Vitamin K2 und hilft, die Ansiedlung pathogener Bakterien im Darm zu verhindern. Die meisten E. coli-Stämme sind harmlos, aber manche, wie z. B. der Serotyp O104:H4, führen zu schweren Lebensmittelvergiftungen beim Menschen.
EHEC O104:H4 (enterohämorrhagische E. coli) ist der schädlichste E. coli-Stamm. Es verursacht eine heftige Entzündungsreaktion, die blutige Durchfälle und in manchen Fällen das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) auslöst, was zu akutem Nierenversagen und zum Tod führen kann. Die aktuelle massenhafte Vermehrung scheint von einem neuen Stamm mit Gensequenzen ausgelöst worden zu sein, die den Keim resistent gegen Antibiotika machen. Dadurch sind die Behandlungsmöglichkeiten derzeit auf unterstützende Maßnahmen wie z. B. Flüssigkeitsersatz, Kreislaufunterstützung und in schweren Fällen, Dialyse und Intensivbehandlung beschränkt.
Wie können Sie sich und Ihre Familie vor EHEC schützen?
- Waschen Sie rohes Gemüse und Obst vor dem Verzehr gründlich mit heißem Wasser, reiben Sie es ab und/oder schälen Sie es nach Möglichkeit. Aufgrund der Schwere der aktuellen massenhaften Vermehrung empfiehlt das Robert-Koch-Institut in Deutschland derzeit, auf rohe Tomaten, Gurken und Blattsalate zu verzichten.
- Da die Krankheitserreger und Toxine hitzeempfindlich sind, ist der beste Schutz vor einer Ansteckung, Obst und Gemüse vor dem Verzehr durchzugaren, anzubraten oder zu grillen. Es gibt derzeit noch keinerlei Hinweis auf eine Übertragung durch rohes Fleisch oder Rohmilch. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt jedoch, Milch vorsichtshalber zu erhitzen. Pasteurisierte oder H-Milch kann wie gewohnt konsumiert werden.
- Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich, und verwenden Sie reichlich Seife. Trocknen Sie die Hände mit Einwegpapierhandtüchern, besonders nach dem Kontakt mit Lebensmitteln.
- Lagern Sie rohe Lebensmittel separat und bereiten Sie diese auch separat von anderen Produkten zu.
- Reinigen Sie Oberflächen, die mit rohem Obst und Gemüse in Berührung gekommen sind, mit reichlich heißem Wasser und Spülmittel.
- Waschen Sie Küchentücher nach der Zubereitung von rohem Fleisch oder Gemüse in der Waschmaschine (mit einer hohen Temperatur). Verwenden Sie wenn möglich nur Einwegküchentücher.
Falls bei Ihnen blutige Durchfälle auftreten, suchen Sie zur Beobachtung und diagnostischen Abklärung umgehend einen Arzt auf! Falls während oder nach dem Durchfall Symptome wie starke Müdigkeit, teigartige Schwellungen in den Beinen (Ödeme) oder Störungen wie Muskelzuckungen und/oder Krämpfe auftreten, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.
Dr. Ulrike Sucher
Medizinische Direktorin
Allianz Worldwide Care
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