Von Dr. Ulli Sucher
28/01/2009
Eine echte Grippe wird oft mit einer Erkältung verwechselt: Die
Symptome werden oft unterschätzt und als harmlose Erkältung abgetan.
Das kann fatale Folgen haben: Eine verschleppte Grippe kann zu
Komplikationen wie Lungenentzündung, Herzmuskelentzündung und
Kreislaufversagen führen. Überkommt Sie schlagartig ein schweres
Krankheitsgefühl, hohes Fieber (über 39 Grad), trockener Husten, Kopf-,
Muskel- oder Gelenkschmerzen, spricht dies für eine echte Grippe. Dann
sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen und nicht erst abwarten.
Das Influenza-Virus ist tückisch - nur die Impfung schützt vor der
Erkrankung – sie wird jedes Jahr neu, dem vorherrschenden Virus-Typ
entsprechend, hergestellt. Behandlung: Bettruhe bis mindestens 3 Tage
nach Fieberabfall; fiebersenkende Medikamente. „Relenza
®“ oder „Tamiflu
®“
sind verschreibungspflichtige Medikamente gegen Influenzaviren – müssen
jedoch in den ersten 48 Stunden nach Symptombeginn angewendet werden.
Eine banale Erkältung (durch Viren verursacht) wird andererseits oft
von dem Betroffenen überschätzt - Bettruhe ist nur in bestimmten Fällen
(höheres Alter, Begleiterkrankungen, Immunschwäche) erforderlich. Die
charakteristischen Symptome sind: Schnupfen, Husten mit Auswurf oder
ohne, Abgeschlagenheit, aber nur leichtes Fieber (unter 39 Grad). Kommt
allerdings eine sogenannte „Superinfektion“ mit Bakterien dazu, muss
diese mittels vom Arzt verschriebenen Antibiotika behandelt werden.
Wichtig: Antibiotika helfen nur bei bakteriellen
Infektionen. Mehr als 80% aller Erkältungen werden von Viren
hervorgerufen. Nur in seltenen Fällen einer „Superinfektion“ mit
Bakterien (Lungenentzündung, Sinusitis oder Mandelentzündung) wird ein
verantwortungsvoller Arzt Antibiotika verschreiben.
Wie kann man sich selbst helfen?
Niesen: Die Erkältungsviren überfallen die Nasenschleimhäute.
Empfohlene Massnahmen: Viel trinken, 1000mg Vit C /Tag, Nase mit
Salzwasser spülen. Sehr gut wirkt auch ein zehnminütiges „Schwitzbad“:
Badwassertemperatur bis 40 Grad erwärmen – anschliessend sofort ins
Bett gehen und zugedeckt 30 Minuten „schwitzen“ und parallel dazu
heissen Tee trinken: Man imitiert mit dieser Prozedur die virentötende
Wirkung von Fieber.
Halsschmerzen: Die Viren haben die Halsschleimhaut erreicht.
Empfohlene Maßnahmen: Tag und Nacht einen Schal anlegen – die
zusätzliche Wärme fördert die Durchblutung und somit die Abwehrkräfte.
Zusätzlich kann Paracetamol zur Entzündungshemmung und Schmerzlinderung
genommen werden.
Abgeschlagenheit: Nun haben sich die Viren im gesamten
Körper ausgebreitet. Empfohlene Maßnahmen: 2-3 Liter Flüssigkeit zu
sich nehmen, lange Ruhephasen einlegen und Räume gut lüften.
Verstopfte Nase: Hier helfen abschwellende Nasentropfen aus der Apotheke (3 bis 4 mal täglich eintropfen), Salzwasserspülungen.
Reizhusten: Tagsüber sehr viel trinken, Inhalationen
mit Lindenblütentee oder Efeuextrakt halten die Schleimhäute feucht.
Für einen ruhigen Schlaf kann der Arzt hustenreizhemmende Medikamente
verordnen. Das Kopfteil des Bettes höherstellen mindert den Reiz
während der Nacht ebenfalls. Bei Husten mit Auswurf sollte man
schleimlösende Medikamente zu sich nehmen, besonders viel trinken und
bei gelbem oder grünlichem Auswurf vom Arzt verordnete Antibiotika
einnehmen.
Fieber und Schmerzen: Die meisten schmerzlindernden Medikamente wie Paracetamol oder Aspirin wirken auch gut fiebersenkend.
„Natürliche“ Methode zur Fiebersenkung (sehr effektiv): Beide
Unterschenkel in lauwarme, nasse Tücher wickeln und mit einem Wolltuch
(oder dicken Socken) umwickeln. Nach 15 Minuten den Vorgang wiederholen.
VORBEUGUNG
VITAMINE – SPORT – HÄNDEWASCHEN – INFLUENZA IMPFUNG
- Vitamine: Zusätzliche Vitaminzufuhr in der
kalten Jahreszeit reduziert Erkältungen nachweislich um 30%. Reichlich
Obst bzw Gemüse und eventuell Vitamin C Präparate sind empfohlen.
- Sport: Bewegung an der frischen Luft hält den Kreislauf in Schwung und stärkt das Immunsystem.
- Händwaschen: Die Eintrittspforten für die meisten
Erkältungsviren sind Nasenschleimhaut und Augen! Häufiges Händewaschen
und Vermeidung von Augenreiben bzw Nasenberührung reduzieren die
Ansteckungsgefahr um 80%!
- Influenza Impfung: Schützt vor der klassischen Grippe (Influenza) – Achtung: Muss jedes Jahr neu verabreicht werden!
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